In einem meiner letzten Artikel bin ich auf die Möglichkeit eingegangen, wie man potenzielle Spuren vom Rechner entfernt. Ich erwähnte auch, dass das einem wenig bringt, wenn man wirklich anonym bleiben will, denn euer Internetprovider kann eine lange Zeit auf eure Verbindungsdaten zugreifen. Und die Sache mit der Vorratsdatenspeicherung ist auch noch nicht durch.
Also was tun, wenn man wirklich anonym im Internet unterwegs sein will? Es gibt verschiedene Möglichkeiten.
Am offensichtlichsten und einfachsten ist die Möglichkeit, Cookies zu löschen. Selbst wenn ihr nicht mit eurem Google-Konto angemeldet seid, speichert die Firma bei einer Suchanfrage ein Profil über euch: was ihr wann gesucht habt.
Es gibt Firefox-Erweiterungen, die dieser Tatsache entgegenwirken. An erster Stelle sei Optimize Google genannt. Doch trotzdem speichert Google eure reellen IP-Adressen. Doch wie sagt man so schön? Der Hacker ist immer einen Schritt weiter.
Man verbindet sich über das Internet mit einem anderen Rechner und dann erst mit der Seite, die man eigentlich anwählen wollte. Klingt auf den ersten Blick kompliziert, aber ist eine einfache Geschichte. Wenn man sich mit einem US-Proxy verbindet, kann man sogar gewissen Restriktionen auf YouTube entgegenwirken, da die GEMA gerne mal Inhalte sperrt. Doch wenn YouTube denkt, dass ihr aus den U.S.A. kommt, kann man dieses Problem wunderbar umgehen. Die einfachste Möglichkeit für einen werbefinanzierten Proxy bietet:
Hide my Ass!
Intuitiv zu bedienen und die schnellste Lösung, wenn man “mal eben” seine IP amerikanisch machen möchte. Gibt es auch als werbefreie und kostenpflichtige Alternative und als Firefox-Erweiterung.
Doch ein Problem haben alle Proxys, besonders die Multikaskadenproxys: sie sind langsam. Und auch da gibt es Abhilfe: VPN. Proxys werden gerne mal bei Bedarf gewechselt – mit einem VPN-Tunnel geht man eine dauerhafte und intime Verbindung ein. Das Prinzip ist das Gleiche: sämtliche Daten werden von eurem Rechner über einen Server in das Internet “getunnelt”, jedoch handelt es sich um ein Virtual Private Network. Vorteile: kaum bis keine Geschwindigkeitseinbußen und oft die Möglichkeit, die Verbindung via SSL zu verschlüsseln, also besonders gut für Netzwerke jeder Art. VPN-Server können auch auf Smartphones eingerichtet werden, falls man oft in ungesicherten Netzwerken unterwegs ist. Der VPN-Tunnel, der mein Vertrauen gewonnen hat, ist SwissVPN.
Für einen günstigen Preis bekommt man eine verschlüsselte Verbindung über eine Schweizer Serverfarm in das Internet. Auf Wunsch können noch Firewalloptionen hinzugebucht werden. Meine erste Wahl, da die Schweiz ganz andere Datenschutzgesetze als Deutschland hat und ich bei meiner Internetverbindung keine Geschwindigkeitseinbußen hinnehmen muss. Doch Vorsicht! Falls jetzt jemand während des Lesens feststellt, dass er gerne illegale Dinge im Netz tun würde, sei gesagt:
Ein Proxy oder ein VPN-Server schützt nicht vor Strafverfolgung. Sollte man ernsthaft kriminelle Dinge im Netz tun (was leider nicht klar definiert ist), so sind die Anbieter vom Anonymen Surfen dazu verpflichtet, die Daten herauszugeben.
Und vermutlich wird das auch gemacht, denn bei Razzien wurden ja gewisse Experten der modernen Hackergruppen verhaftet. Und ich würde wetten, dass die Mitglieder auch versucht haben, ihre Identität zu verschleiern. Ohne Erfolg.