Danke, GEMA!

On 18. Januar 2012, in Allgemein, Technik, by Sven Kolodziej

Der große Musikstreamingdienst Grooveshark funktioniert in Deutschland nicht mehr. Hier die Nachricht der Betreiber:

“Aufgrund unverhältnismäßig hoher Betriebskosten stellt
Grooveshark den Zugriff aus Deutschland ein.

Wir werden Sie vermissen! Sie können uns gerne schreiben. Wir hoffen, eines Tages zurück zu kommen. Wenn Sie die Betriebskosten für Anbieter wie Grooveshark herabsetzen wollen, können Sie eine höfliche Nachricht an die GEMA zu schicken.”

Aber keine Angst, heutzutage gibt es Mittel und Wege, solche Websperren zu umgehen. Ich berichtete bereits über anonymes Surfen, natürlich kommt man über einen amerikanischen Proxy noch auf gesperrte Seiten, YouTube-Links, etc.

Aber nicht jeder Internet-User hat den Willen oder das Wissen, solche Möglichkeiten einzurichten.

Doch ein tolles Add-On für Firefox und Chrome schafft Abhilfe: Stealthy.

Hier die offizielle Beschreibung des Herstellers:

Den Begriff Stealth- oder Tarnkappentechnik kennt man aus der Militärsprache. Dort wird mit einem Stealth oder Tarnkappen-Bomber ein Flugzeug bezeichnet, das unerkannt vom gegnerischen Radar in Feindesland eindringen kann. So ähnlich funktioniert das kleine Tool Stealthy für den Firefox auch. Wenn Unternehmen in ihrer Firewall bestimmte unerwünschte Webseiten wegfiltern, oder Internet-Dienstleister bestimmte Dienste in bestimmten Ländern nicht anbieten wollen oder dürfen, kann man sich mit Stealthy unerkennbar machen, um die Webseiten doch noch sehen zu können.

Das kann enorm wichtig sein zum Beispiel in Ländern wie China oder dem Iran, wo die Seiten von Facebook oder Twitter mitunter einfach von den Regimen ausgefiltert werden.

Aber auch in Deutschland klagen viele über die vielen Musikvideos auf YouTube, die man in Deutschland wegen des Lizenzstreits mit der GEMA nicht sehen darf. Mit einem installierten Stealthy wird YouTube einfach eine nicht-deutsche IP vorgegaukelt und die Videos laufen völlig problemlos.

Nach der Installation, für die es wie bei allen Firefox-Addons keiner Administrator-Berechtigung bedarf, setzt sich das Stealthy-Icon, ein stilisiertes kleines Tarnkappenflugzeug, in die Navigationsleiste. Normalerweise leuchtet es dort rot, was bedeutet, dass man ohne den Anonymisierungs-Schutz von Stealthy im Web surft.
Klickt man nun einmal darauf, wandelt sich die Farbe in Grün. Stealthy sucht nun selbstständig einen Anonymisierungs-Proxy und man surft fortan anonym. Zumindest solange man seinen Internet-Zugang nicht für kriminelle Aktivitäten nutzt.

Fazit: Wer endlich wieder bei YouTube Musikvideos sehen möchte, oder trotz Unternehmens-Webfilter Seiten wie Facebook oder Twitter, kann sich einfach das kleine Stealthy-Addon im Firefox installieren.

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Anonym surfen!

On 12. Oktober 2011, in Allgemein, Technik, Tutorials / Anleitungen, Windows, by Sven Kolodziej

In einem meiner letzten Artikel bin ich auf die Möglichkeit eingegangen, wie man potenzielle Spuren vom Rechner entfernt. Ich erwähnte auch, dass das einem wenig bringt, wenn man wirklich anonym bleiben will, denn euer Internetprovider kann eine lange Zeit auf eure Verbindungsdaten zugreifen. Und die Sache mit der Vorratsdatenspeicherung ist auch noch nicht durch.

Also was tun, wenn man wirklich anonym im Internet unterwegs sein will? Es gibt verschiedene Möglichkeiten.

Am offensichtlichsten und einfachsten ist die Möglichkeit, Cookies zu löschen. Selbst wenn ihr nicht mit eurem Google-Konto angemeldet seid, speichert die Firma bei einer Suchanfrage ein Profil über euch: was ihr wann gesucht habt.

Es gibt Firefox-Erweiterungen, die dieser Tatsache entgegenwirken. An erster Stelle sei Optimize Google genannt. Doch trotzdem speichert Google eure reellen IP-Adressen. Doch wie sagt man so schön? Der Hacker ist immer einen Schritt weiter.

 Man verbindet sich über das Internet mit einem anderen Rechner und dann erst mit der Seite, die man eigentlich anwählen wollte. Klingt auf den ersten Blick kompliziert, aber ist eine einfache Geschichte. Wenn man sich mit einem US-Proxy verbindet, kann man sogar gewissen Restriktionen auf YouTube entgegenwirken, da die GEMA gerne mal Inhalte sperrt. Doch wenn YouTube denkt, dass ihr aus den U.S.A. kommt, kann man dieses Problem wunderbar umgehen. Die einfachste Möglichkeit für einen werbefinanzierten Proxy bietet:

 Hide my Ass!

Intuitiv zu bedienen und die schnellste Lösung, wenn man “mal eben” seine IP amerikanisch machen möchte. Gibt es auch als werbefreie und kostenpflichtige Alternative und als Firefox-Erweiterung.

Doch ein Problem haben alle Proxys, besonders die Multikaskadenproxys: sie sind langsam. Und auch da gibt es Abhilfe: VPN. Proxys werden gerne mal bei Bedarf gewechselt – mit einem VPN-Tunnel geht man eine dauerhafte und intime Verbindung ein. Das Prinzip ist das Gleiche: sämtliche Daten werden von eurem Rechner über einen Server in das Internet “getunnelt”, jedoch handelt es sich um ein Virtual Private Network. Vorteile: kaum bis keine Geschwindigkeitseinbußen und oft die Möglichkeit, die Verbindung via SSL zu verschlüsseln, also besonders gut für Netzwerke jeder Art. VPN-Server können auch auf Smartphones eingerichtet werden, falls man oft in ungesicherten Netzwerken unterwegs ist. Der VPN-Tunnel, der mein Vertrauen gewonnen hat, ist SwissVPN.

Für einen günstigen Preis bekommt man eine verschlüsselte Verbindung über eine Schweizer Serverfarm in das Internet. Auf Wunsch können noch Firewalloptionen hinzugebucht werden. Meine erste Wahl, da die Schweiz ganz andere Datenschutzgesetze als Deutschland hat und ich bei meiner Internetverbindung keine  Geschwindigkeitseinbußen hinnehmen muss. Doch Vorsicht! Falls jetzt jemand während des Lesens feststellt, dass er gerne illegale Dinge im Netz tun würde, sei gesagt:

Ein Proxy oder ein VPN-Server schützt nicht vor Strafverfolgung. Sollte man ernsthaft kriminelle Dinge im Netz tun (was leider nicht klar definiert ist), so sind die Anbieter vom Anonymen Surfen dazu verpflichtet, die Daten herauszugeben.

Und vermutlich wird das auch gemacht, denn bei Razzien wurden ja gewisse Experten der modernen Hackergruppen verhaftet. Und ich würde wetten, dass die Mitglieder auch versucht haben, ihre Identität zu verschleiern. Ohne Erfolg.

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Clean the Crap

On 9. Oktober 2011, in Technik, Tutorials / Anleitungen, Windows, by Sven Kolodziej

Viele von euch kennen mit Sicherheit den CCleaner. Für diejenigen unter euch, denen diese tolle Freeware kein Begriff ist, sei folgendes gesagt:

Der CrapCleaner, kurz CCleaner, entfernt unnötigen Datenmüll und Gebrauchsspuren von der Festplatte. Denn jedes Mal, wenn ihr ein Programm startet, liegen nach Beenden des Programms verwaiste Daten auf der Festplatte, die a) Speicherplatz belegen und b) von sachkundigen Nerds ausgelesen werden können. Nur mal zur Info: privater Modus beim Browsen heißt nicht, dass auch wirklich keine Daten der Sitzung auf der Festplatte zu finden sind. Gewisse Add-Ons hinterlassen trotzdem ihre Spuren. Und hier setzt der CCleaner ein und entfernt die Daten – auf Wunsch sogar sicher, denn der Cleaner bietet verschiedene Arten des Löschens an, denn wie jeder weiß: einfaches Löschen entfernt nur die Verknüpfung zur Datei, die Daten bleiben an sich noch auf der Festplatte enthalten und können mit gewissen Tools ausgelesen werden.

Das jedoch ist alles ein alter Hut, denn der CCleaner ist mittlerweile auf vielen Rechnern zu finden. Es gibt allerdings noch eine nette Erweiterung für das Programm:

CCEnhancer

Dieses Programm erweitert den Funktionsumfang des CCleaners ganz erheblich und löscht wirklich alle relevanten Spuren auf dem Rechner, sodass, wenn man es desöfteren durchlaufen lässt, ein interessierter Mitbürger wirklich nicht herausfinden kann, was man wann gemacht hat. Und so sieht der erweiterte Cleaner aus:

 CCleaner 3.11.1550

 

Für alle, die den CCleaner noch nicht kennen, hier noch ein paar Informationen. Über das Reinigen von Gebrauchsspuren wurde bereits genug gesagt, doch der Cleaner kann noch mehr. Einerseits löscht das Programm nicht nur klassische Gebrauchsspuren, denn man kann mit wenigen Mausklicks außerdem die Registry reinigen – Achtung Suchtgefahr. Nebenbei bietet das Programm noch ein besseres Deinstallationsprogramm als Windows und es muss nicht mehr lästig die msconfig über das Startmenü aufgerufen werden, denn dieses Programm verwaltet ebenfalls den Autostart.

Eine Warnung muss noch genannt werden: das Programm sollte nicht ohne gewisse Vorkenntnisse benutzt werden, denn bei falschen Einstellungen kann man schnell mehr löschen, als man eigentlich will. Zudem für diejenigen unter euch, die sich vielleicht mit der ganzen Materie nicht so auskennen: nur, weil auf eurem Rechner keine Spuren mehr zu finden sind, weiß euer Internetprovider genau, wann ihr wo auf welcher Seite wart und was ihr dort gemacht habt.

Später werde ich nochmal auf Möglichkeiten eingehen, wie man anonym surfen kann. Stichwort Proxy und VPN.

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