HowTo für Netzwerkkonfiguration unter Ubuntu & Debian

On 7. Februar 2012, in Linux, by Maik Röthlinger

Netzwerkkonfiguration per Kommandozeile
Unter Ubuntu und Debian die Netzwerkkonfiguration mitsamt IP Adressen und Routen zu machen, ist auf zwei Wegen extrem einfach. Einmal kann man die Netzwerkkarte(n) im Verlauf der Installation des Betriebssystems konfigurieren und darüber die IP Adresse setzen, oder wenn die grafische Oberfläche (GUI) installiert ist UND man auch Zugriff auf diese hat. Nur welcher in Internet befindliche Server (Webserver, Teamspeak Host oder was auch immer) hat A überhaupt eine GUI, geschweige denn ein Gnome oder KDE, bzw. wer hat hierauf wenn Zugriff?

Also muss auch der Weg zur Konfiguration der IP Adressen über die Konsole (zum Beispiel über SSH) klar bekannt und dokumentiert sein, denn Fehler leistet man sich besser nicht auf Systemen die 500km und mehr entfernt stehen :)

Statische IP Adresse auf eth0 vergeben
In der Datei /etc/network/interfaces muss nur das nachfolgende eingetragen (konfiguriert) werden, dabei dürfen jedoch keine Einträge die mit lo Interface zu tun haben entfernt oder geändert werden. Lo ist der sogenannte Loopbackadapter und für den Betrieb des Systems zwingend so wie er da steht erforderlich!

# The primary network interface
auto eth0
iface eth0 inet static
address 192.168.1.2
gateway 192.168.1.1
netmask 255.255.255.0
network 192.168.1.0
broadcast 192.168.1.255

Zur Erklärung: “auto eth0″ steht für einen automatischen Start des ersten Interfaces (eth0) beim booten. Wenn dieser Eintrag fehlt, müsste man das Interface eth0 von Hand aktivieren, was manchmal schwer fällt, wenn zum Beispiel der Server nur über Netzwerk erreicht werden kann (wie bei Root Servern oder anderen entfernten Servern der Fall).
“address” ist die IP Adresse die auf das eth0 Interface gelegt werden soll.
“gateway” steht für das default Gateway und ist für ein sauberes Routing unabdinglich – es sei denn man definiert es im nachhinein per Hand nach.
“netmask” steht für die Netzmaske – was das ist erkläre ich später mal – von seinem Provider (bei Root Servern) erhält man diese Angabe meist mit, bei einem LAN Server ist die Netzmaske meist wie hier im Beispiel 255.255.255.0 – sprich ein Class C Netzwerk von 192.168.1.0 bis 192.168.1.255 (wobei hier die .0 und .255 reserviert sind und nicht verwendet werden dürfen, siehe “network und “broadcast”)
“network” definiert nochmal das Netz in dem sich der Server befindet – wobei hier die vereinfachte Schreibweise verwendet wird.
“broadcast” am besten hier nachlesen: 7070

In der Datei /etc/resolv.conf wird nun definiert über welche DNS Server, oder auch Nameserver, dieNamensauflösung stattfinden soll und über den Eintrag “search” wird definiert in welcher Domain Linux suchen soll, wenn bei einem Serverrequest kein Domainname mit angegeben wird.

search domain.local
nameserver 192.168.1.1

IP Adresse für eth0 über DHCP
Hier muss ebenfalls natürlich das eth0 definiert werden, die Werte für die IP Adresse etc kommen aber über den DHCP Server, man braucht sie also nicht mit eintragen. Einfacher als eine DHCP IP Adress Konfiguration geht es, wie man sieht, kaum noch.

# The primary network interface
auto eth0
iface eth0 inet dhcp

Zweite IP Adresse auf ein Netzwerk Interface legen
Wenn die zweite IP Adresse statisch vergeben werden soll, kann man dies durch sogenannte virtuelle Interfaces machen. Dazu wird die Konfiguration des physikalischen Interfaces quasi kopiert und hinter den Namen einfach ein :Nr gehängt. Im Falle von ETH0 würde das erste virtuelle Interface also beispielsweise so aussehenen:

# The primary network interface - second IP address
auto eth0:1
iface eth0:1 inet static
address 192.168.1.3
gateway 192.168.1.1
netmask 255.255.255.0
network 192.168.1.0
broadcast 192.168.1.255

Für eine zweite IP Adresse für eth0 über DHCP sieht das dann wie folgt aus:

auto eth0:1
iface eth0:1 inet dhcp

Weblinks:

  • Das Ganze gibt es hier auch auf englisch: Debianadmin

Alternative:
Es gibt mittlerweile auch eine alternative Konfiguration der IP Adressen über den ip Befehl. Hier sähe die einfache Konfiguration in etwa so aus:
ip addr add 192.168.1.12/24 dev eth0
Mit diesem Befehl zu IP Adress Konfiguration habe ich mich jedoch noch nicht näher auseinandergesetzt, also kann ich aktuell noch keine detailierten Informationen hierzu liefern. Vielleicht in einem späterem Artikel.

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